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Der Dialogprozess

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Wo haben die LKW-FahrerInnen, die Ärztinnen und Ärzte, die BriefträgerInnen, KassiererInnen und Bauarbeiter in der digitalen Welt (und jenseits davon) ihren Platz?
Sitzt der LKW-Fahrer von heute auf seiner Route morgen zwar nicht am Steuer, aber als Pilot in seinem Führerhaus und überwacht die elektronischen Instrumente? Hat er übermorgen seinen Platz in einem Logistikzentrum, von wo aus er mehrere selbstfahrende LKW aus der Ferne kontrolliert? Oder kann er das vielleicht von zu Hause aus erledigen? Hat er dabei mehr Freizeit als früher, kann er gesünder leben, seine Familie häufiger sehen, sich die Arbeit mit seiner Frau teilen? Hat er noch einen Bezug zu seinem Unternehmen? Kann er darin mitwirken und mitbestimmen?

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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat Anfang 2015 den "Dialogprozess Arbeiten 4.0" ins Leben gerufen. Im Dialogprozess soll jeder Fragen stellen dürfen und die Antworten sollen gemeinsam gefunden werden. Den Auftakt bildete die Konferenz "Arbeit weiter denken" im April 2015.

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In einem zweiten Schritt wurden Expertinnen und Experten zurate gezogen: Fachleute aus Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und betrieblicher Praxis haben Stellungnahmen formuliert, Workshops veranstaltet und sich in Beraterkreisen zusammengesetzt.

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Brauchen wir angesichts der aktuellen technologischen Trends, gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsmarkt ein neues Leitbild von Arbeit? Wie kann es aussehen? Arbeiten 4.0 beschreibt nicht die heutige Normalität in den Betrieben. Vielmehr zeigt Arbeiten 4.0 neue Perspektiven und Chancen für Gestaltung in der Zukunft auf. Der Titel „Arbeiten 4.0“ knüpft damit an die aktuelle Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, rückt aber die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse ins Zentrum – nicht nur im industriellen Sektor, sondern in der gesamten Arbeitswelt.

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Arbeiten 1.0 bezeichnet die beginnende Industriegesellschaft und die ersten Arbeiterorganisationen. Mit der Einführung der Dampfmaschine und mechanischer Produktionsanlagen veränderten sich Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur die Produktionsweise, sondern auch die Organisation von Arbeit, die Gesellschaftsstrukturen und das Selbstverständnis der sich herausbildenden Klassen.

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Arbeiten 2.0 ist die beginnende Massenproduktion und die Anfänge des Wohlfahrtsstaats am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung bringt neue soziale Probleme mit sich und wirft grundlegende soziale Fragen auf. Die Verschärfung der gesellschaftlichen Probleme und der zunehmende Druck der organisierten Arbeiterschaft bilden eine wichtige Grundlage für die Einführung der ersten Sozialversicherungen im Deutschen Reich.

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Arbeiten 3.0 umfasst die Zeit der Konsolidierung des Sozialstaats und der Arbeitnehmerrechte auf Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln sozialpartnerschaftlich auf Augenhöhe miteinander. Die Notwendigkeit der Wahrnehmung gemeinsamer Interessen steht im Betrieb wie auch unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt außer Frage. Später folgte die teilweise Rücknahme sozialer Rechte, auch angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Produktion durch den Einsatz von Informationstechnologie und Elektronik weiter automatisiert, der Anteil von Dienstleistungen nimmt stark zu und nationale Märkte öffnen sich infolge von Europäisierung und Globalisierung.

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Arbeiten 4.0 wird vernetzter, digitaler und flexibler sein. Wie die zukünftige Arbeitswelt im Einzelnen aussehen wird, ist noch offen. Seit Beginn des 21. Jahrhundert stehen wir vor einem erneuten grundlegenden Wandel der Produktionsweise. Die wachsende Vernetzung und zunehmende Kooperation von Mensch und Maschine ändert nicht nur die Art, wie wir produzieren, sondern schafft auch ganz neue Produkte und Dienstleistungen. Durch den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel entstehen neue Ansprüche an Arbeit, auch die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen verändert sich. Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Organisation von Arbeit und sozialer Sicherung haben, ist zwar offen, aber – wie in den vorhergehenden Phasen auch – durch Gesellschaft und Politik gestaltbar. Wir stehen am Beginn neuer Aushandlungsprozesse zwischen Individuen, Sozialpartnern und dem Staat.

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Die Werkhefte begleiten den Dialogprozess Arbeiten 4.0, bieten Einblick in die Diskurslage zu den Schwerpunktthemen der jeweiligen Ausgaben und bilden eine erweiterte Plattform für den fachlichen Austausch über die Zukunft der Arbeit.

Im Werkheft 01 versammeln sich Analysen, Debatten, Praxisbeispiele, Perspektiven und Kontext-Beiträge rund um das Thema "Digitalisierung der Arbeitswelt". Die nachfolgende Fotostrecke "Tätigkeiten im Wandel" aus dem Werkheft 01 macht anschaulich, dass wir bereits mittendrin im Wandel der Arbeitswelt stecken.


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Christoph Fink hat 2002 eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Heute ist er stellvertretender Meister.

"Seit meiner Ausbildung hat sich hier im Bosch-Werk Blaichach einiges getan. Früher wurde vieles händisch aufgeschrieben, dokumentiert und ausgewertet. Heute gibt es immer mehr Tools, die ganz vieles vereinfachen und den Ablauf schneller und klarer machen. Man sieht genau, was wie zusammenhängt.

Das ist eine Erleichterung, weil viel transparenter und offensichtlicher wird, wo man eingreifen muss. Es führt aber auch zu einer Verschiebung meiner Tätigkeit. Auf der einen Seite gewinne ich Zeit bei den Störungsanalysen an den Anlagen, auf der anderen Seite benötige ich Zeit, um die Tools kennenzulernen und zu verbessern.Insgesamt sind die Neuerungen für unsere Beschäftigten aber keine Mehrbelastung, sondern eher eine Aufgabenverschiebung. Manche Sachen gehen schneller, manche Sachen gehen anders."

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Sebastian Rickert hat 2013 eine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen. Mittlerweile arbeitet er in der Baufinanzierung der comdirect.

"Alles hat irgendwie mit der Digitalisierung zu tun. Zum Beispiel gibt es in unserer Abteilung kein Papier mehr. Wir haben ein internes soziales Netzwerk, ein sogenanntes Social Intranet, wo man sich austauschen kann, aber wo auch fachliche Inhalte hinterlegt sind. Es gibt eine Chatfunktion, die Möglichkeit, ausgewählten ›News-Seiten‹ zu folgen oder virtuelle Arbeitsräume für Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen anzulegen – zum Beispiel für ein gemeinsames Brainstorming. Natürlich ist es, wie in anderen Bürojobs, manchmal anstrengend, den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen – gerade für die Augen. Deshalb können wir jede Stunde eine Fünfminutenpause machen, um die Augen zu schonen. Und es gibt regelmäßig das Angebot einer freiwilligen Augenarztuntersuchung und anderer Vorsorgeuntersuchungen im Unternehmen."

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Jörg Hirt hat eine kaufmännische Ausbildung und eine Studium der Betriebswirtschaft absolviert. Seit 2007 arbeitet er in unterschiedlichen Bereichen der IT und im Innovationsmanagement.

"Der Handel ist insgesamt digitaler geworden. Das merkt auch der Marktmitarbeiter. Seine Arbeit verändert sich zunehmend. Beispielsweise gab es früher wenig Kontakt zur Zentrale und insgesamt weniger Informationen. Heute haben alle Mitarbeiter durch digital devices und eine Vernetzung der Endgeräte in Echtzeit Zugriff auf Daten und Informationen. Die Transparenz ist größer geworden in beide Richtungen.

Ich würde sagen, wir sind im Zeitalter der Work-Life-Integration angekommen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zunehmend. Umso wichtiger wird das Prinzip der Eigenverantwortung, um einen notwendigen Ausgleich zu schaffen."

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Das vollständige Werkheft 01 können Sie hier anschauen oder als Print-Ausgabeauf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestellen.

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Die Werkhefte begleiten den Dialogprozess Arbeiten 4.0, bieten Einblick in die Diskurslage zu den Schwerpunktthemen der jeweiligen Ausgaben und bilden eine erweiterte Plattform für den fachlichen Austausch über die Zukunft der Arbeit.

Im Werkheft 02 versammeln sich Analysen, Debatten, Praxisbeispiele, Perspektiven und Kontext-Beiträge rund um das Thema "Wie wir arbeiten (wollen)". Die nachfolgende Fotostrecke "Wie wir Arbeit verteilen" aus dem Werkheft 02 macht anschaulich, wie deutlich sich die Rollenverteilung von Paaren in den vergangenen 20 Jahren gewandelt hat.

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Philipp Ballhausen hat mit einem Schulfreund ein Unternehmen gegründet. Seine Freundin Maria Brakel arbeitet in der Eisenbahnbranche als Assistentin im Personalmanagement. Sie pendelt von ihrem Wohnort täglich etwa 120 Kilometer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Philipp: „Ich versuche mir ja gerade mein eigenes Unternehmen aufzubauen. Dort fließt einfach viel Zeit und Energie rein. Vor allem mache ich das aus Leidenschaft, also ist mir die Arbeit unglaublich wichtig. Sie hat bei mir auch einen sehr hohen Stellenwert.“

Maria: „Klar ist es mit den Arbeitszeiten manchmal nicht so einfach, wenn ein Familiengeburtstag ansteht oder man Behördengänge machen muss – vor allem für mich mit dem Pendeln. Untereinander sind wir da aber eigentlich relativ flexibel. Wir wissen beide voneinander, wie wichtig uns die Arbeit ist und haben deshalb auch Verständnis für den anderen. Ich habe ein ganz anderes Arbeitsmodell als Philipp. Durch seine Flexibilität können wir uns damit aber gut arrangieren.“

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Aygül Yildiz, verheiratet mit Taylan, Mutter zweier Kinder (10 und 13 Jahre), arbeitet 20 h/Woche und absolviert nebenbei einen Master-Studium:

"Montags bis mittwochs ist Taylan an der Uni und nicht in Mainz. Ich arbeite dann so bis zwei oder halb drei. Dann komme ich nach Hause und erledige den Haushalt und kümmere mich um die Freizeittätigkeiten der Kinder und alles, was dazugehört. Wenn Taylan donnerstags und freitags von zu Hause arbeitet, kümmert er sich um die Kinder, den Haushalt und was so anliegt. Ich bin froh darüber, dass es die Ganztagsbetreuung an der Schule gibt. Vor allem, dass jemand ein Auge auf die Hausaufgaben hat. Aber es ist auch nicht so, dass ich nach Hause komme und die Beine hochlegen kann. Meinen Kindern schmeckt das Essen in der Mensa schon lange nicht mehr. Deshalb muss ich trotzdem immer kochen."

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Volker Böhm arbeitet Vollzeit, etwa vier bis fünf Tage im Monat geht er auf Dienstreise. Seine Frau Petra Böhm arbeitet 15 bis 25 Stunden die Woche als Übersetzerin und Sprachtrainerin. Gemeinsam haben sie zwei Kinder (8 und 11 Jahre):

Volker: „Im November bin ich seit 15 Jahren im Unternehmen. Als ich angefangen habe, musste ich noch stechen. Dann wurde relativ schnell auf Vertrauensarbeitszeit umgestellt. Damals haben die außertariflichen Mitarbeiter aber sowieso länger gearbeitet. Erst im Laufe der Zeit hat sich das hin zu einer tatsächlichen Vertrauensarbeitszeit gewandelt. Erst durch die neue Generation an Führungskräften hat es sich durchgesetzt, mehr an Arbeitsergebnissen zu messen als an Präsenz.“

Petra: „Ich würde sagen, wir haben wenige Probleme im Alltag aufgrund der Arbeitszeit. Ich muss schon mal am Wochenende arbeiten, aber dann ist ja Volker da, um sich mit den Kindern zu beschäftigen. Ich finde das eigentlich ziemlich optimal.“

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Das vollständige Werkheft 02 können Sie hier anschauen oder als Print-Ausgabeauf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestellen.

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Bis heute sind über 4.300 Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern über die Website, Facebook und Twitter eingegangen. Sie zeigen die ganze Bandbreite an Lebensbereichen auf, die das Thema Arbeiten 4.0 betrifft und beeinflusst.

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Was macht für die Menschen in Deutschland eine gute Arbeit aus? Welche Potenziale, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen sehen sie heute und für die Zukunft? Gestützt auf über 1.000 repräsentative Tiefeninterviews erlaubt die Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ qualitative und quantitative Aussagen darüber, wie die Menschen in Deutschland ihre aktuelle Arbeitssituation wahrnehmen und in welcher Arbeitswelt sie morgen leben möchten. Dabei identifiziert sie sieben klar voneinander unterscheidbare Wertewelten.

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Den Menschen, die dieser Wertewelt angehören, geht es vor allem darum, in einer sicheren Gemeinschaft ohne materielle Sorgen ein normales Leben führen zu können. Arbeit gehört für sie dazu, sie erleben diese jedoch teilweise als so raumgreifend, dass daneben kaum noch Platz für Privates bleibt. Planbarkeit ist für sie ein zentraler positiver Wert, Beschleunigung und zunehmenden Leistungsdruck empfinden sie als negativ. Sie erwarten vom Staat, alle Menschen abzusichern, die ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten.

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Für die Menschen in dieser Wertewelt ist eine ideale Arbeitswelt durch gegenseitige Loyalität, Wertschätzung ihrer Leistungen, und Teilhabe in einer Solidargemeinschaft gekennzeichnet. Die Entwicklung der Gesellschaft empfinden sie teilweise als besorgniserregend. Sie haben das Gefühl, dass immer mehr Menschen durch das Raster fallen und keinen Platz mehr in der Gesellschaft finden. Sie sehnen sich zurück nach einer Zeit, in der Unternehmen sich um das Wohl ihrer Mitarbeiter sorgten, es Arbeit für alle gab und man auch in schlechten Zeiten zusammenhielt.

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Ein Leben lang hart zu arbeiten, ist für die Menschen in dieser Wertewelt selbstverständlich. Sie glauben, dass jeder, der sich bei seiner Arbeit wirklich anstrengt, es auch zu etwas bringen kann, auch wenn sie merken, dass dies nicht mehr so einfach ist wie früher. Und wer es geschafft hat, darf sich ruhig ein wenig Luxus gönnen. Sie erwarten von den Sozialpartnern, dafür zu sorgen, dass Deutschland weiterhin wirtschaftlich stark bleibt und Leistungsträger hier eine Heimat behalten.

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In dieser Wertewelt ist die Idealvorstellung von Arbeit durch Verantwortung, Effizienz und Leistungsstreben gekennzeichnet. Die rasante Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, unter anderem durch die Digitalisierung, empfindet man nicht als belastend, sondern als willkommene Herausforderung. Es ist an jeder und jedem Einzelnen, sich mit den neuen Herausforderungen zu arrangieren, beispielsweise durch lebenslanges Lernen. Man geht davon aus, dass die Rahmenbedingungen die oder den Einzelnen hinreichend unterstützen.

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Eine ideale Arbeitssituation ist für die Menschen in dieser Wertewelt dadurch gekennzeichnet, sich selbst immer wieder neu zu erfinden und viele spannende Erfahrungen machen zu können. Sie erleben sich als Teil eines Netzwerks Gleichgesinnter, auch über Deutschland hinaus. Selbstverwirklichung ist für sie kein Gegensatz zu Leistung und Effizienz. Von Gesellschaft und Arbeitgebern erwartet sie, dass sie die Menschen auf ihrem individuellen Weg unterstützen, beispielsweise durch Flexibilität von Arbeitsort und -zeit sowie umfassende Kinderbetreuung.

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Arbeit ist für die Menschen dieser Wertewelt dann ideal, wenn sie sich mit Familie, individueller Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Mitgestaltung vereinbaren lässt. Gleichzeitig erwarten sie von jeder und jedem Einzelnen ein gewisses Maß an eigenem Gestaltungswillen. Das Ziel einer Gesellschaft ist für sie, gemeinsam gute Bedingungen für alle zu schaffen. Die Wirtschafts- und Arbeitswelt soll sich dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Sie sind nicht bereit, für materielle Sicherheit ihre Prinzipien zu verraten.

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In dieser Wertewelt wird Erwerbsarbeit nicht als die einzig sinnstiftende Tätigkeit angesehen. Vielmehr bemisst sich der Wert einer Tätigkeit für die Menschen in dieser Wertewelt an ihrem Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft. Gemeinnützige Tätigkeiten erscheinen ihnen oftmals sinnvoller als eine Arbeit, die vor allem aus monetären Gründen ausgeübt wird. Vom Staat erwarten sie, dass er allen Bürgern ein lebenswertes Auskommen garantiert, unabhängig davon, welches Einkommen diese am Arbeitsmarkt erzielen.

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Erfahren Sie, welches Idealbild von Arbeit Sie haben und wie andere Menschen in Deutschland hierzu denken.

Finden Sie es heraus!

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DIGITALE NOMADEN Wie arbeiten ortsunabhängig lebenden Freigeister?

IK BEN ALICE Wie Roboter eine Beziehung zu Menschen aufbauen können.

PRINT THE LEGEND Wohin führt die Zukunft des 3D-Drucks?

DEINE ARBEIT, DEIN LEBEN Was Arbeit in einem traditionellen Industrieland heute bedeutet.

MEIN WUNDERBARER ARBEITSPLATZ Was macht einen zufriedenen Mitarbeiter aus?

PLEASE SUBSCRIBE Was es im Alltag bedeutet, ein YouTuber zu sein.

SILICON WADI Vier junge Unternehmen und ihre Förderer in Tel Aviv.

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Von Kiel bis zum Bodensee und von Düsseldorf bis Dresden: Das Futurale Filmfestival tourte von November 2015 bis Dezember 2016 durch über 27 Städte in ganz Deutschland.

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Werden Roboter die Pflege von Senioren übernehmen? Kann 3D-Druck die Produktion revolutionieren? Werden wir unsere Arbeit bald an jedem Ort der Welt ausüben können? Und wie arbeitet das erfolgreiche Unternehmen der Zukunft?
Diese und noch viele weitere Fragen haben Expertinnen und Experten in der jeweiligen Region versucht gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in 175 Diskussionsrunden zu beantworten.

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Bundesministerin Andrea Nahles informiert sich beim Medienkonzern Axel Springer über den Weg zum digitalen Verlag.

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Bundesministerin Andrea Nahles hat ein Berliner Software-Unternehmen besucht, in dem unternehmerischer Erfolg und neuartige Arbeitsprozesse Hand in Hand gehen.

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Im Rahmen ihrer Sommerreise #Arbeitenviernull besuchte Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Unternehmen und Institutionen in Bayern und Baden-Württemberg, um sich über die Digitalisierung der Arbeitswelt auszutauschen.

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Die Arbeitswelt der Zukunft wird anders als heute sein. Wird sie auch besser sein? Werden wir selbstbestimmter und gesünder arbeiten? Werden wir mit 50 Jahren noch einmal studieren oder einen neuen Beruf lernen? Machen die Maschinen Innovationen und Produktivitätsgewinne möglich, die neue Arbeitsplätze schaffen?
Unter dem Titel „Arbeiten 4.0“ haben wir diese und viele andere Fragen in einem Grünbuch aufgeworfen und in einem breiten gesellschaftlichen Dialog diskutiert. Der Diskussionsentwurf des Weißbuchs formuliert erste Antworten darauf und stellt die Schlussfolgerungen aus dem Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ vor. Das Weißbuch dokumentiert damit eine breite gesellschaftliche Debatte und setzt einen Impuls zur gesellschaftlichen Gestaltung der Zukunft der Arbeit.

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Erste Dimension: Einkommen und soziale Sicherheit

Ein leistungsgerechtes Einkommen und soziale Sicherheit sind elementare Voraussetzungen dafür, dass jeder und jede von seiner oder ihrer Arbeit leben und sich auch in schwierigen Lebenssituationen auf ein soziales Netz verlassen kann. Die möglichen Produktivitätsgewinne der Digitalisierung müssen zu Lohnzuwächsen in allen Branchen führen. Leistungsgerechtigkeit muss sich in verlässlicher Entlohnung zeigen und darin, dass wir die Lohnungerechtigkeit zwischen Frauen und Männern beenden. Eine gute soziale Sicherung ist in einer Arbeitsgesellschaft gerade dann erforderlich, wenn Erwerbstätigkeit unterbrochen wird oder nicht mehr ausgeübt werden kann. Auch künftig wird es eine Kernfunktion des Sozialstaates sein, die großen Lebens- und Beschäftigungsrisiken wie Alter, Krankheit, Unfälle und Arbeitslosigkeit abzusichern. Wo Selbstständigkeit erwünscht ist, sollte diese unterstützt, jedoch sozial besser abgesichert werden.

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Zweite Dimension: Integration in gute Arbeit

Jeder und jede sollte die Chance auf Integration in Gute Arbeit, d.h. in eine sichere und berufliches Fortkommen ermöglichende Arbeit haben. Das Ziel sollte stets sein, Vollbeschäftigung bei Guter Arbeit zu ermöglichen. Wo die Bürgerinnen und Bürger nicht über die Voraussetzungen für qualifizierte Beschäftigung verfügen, brauchen sie Unterstützung und neue Chancen.

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Dritte Dimension: Vielfalt als Normalität - Lebensphasenorientierung statt starrer Arbeitsmodelle

Die Ansprüche von Beschäftigten und ihre Anforderungen an Arbeit verändern sich im Laufe ihres Lebens. Das Leitbild von dem einen, für alle geltenden normalen Arbeitsverhältnis entspricht zudem vielfach nicht mehr den heutigen Wirklichkeiten. So erweisen sich einerseits "normale" Arbeitsverhältnisse immer weniger als normal. Vielfalt wird zur neuen Normalität, etwa der Wechsel zwischen Voll- und Teilzeitphasen, zwischen Familienphasen und Erwerbstätigkeit, aber auch Übergänge zwischen abhängiger Beschäftigung und Selbstständigkeit. Die undifferenzierte Gegenüberstellung von Normalarbeitsverhältnissen einerseits und "atypischer Beschäftigung" andererseits ist darum vor allem mit Blick auf Teilzeitarbeit zu hinterfragen.

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Vierte Dimension: Qualität der Arbeit erhalten

In Bezug auf die Qualität der Arbeit in der digitalen Arbeitswelt lauten die vier wesentlichen Stichworte: Umgang mit mehr Flexibilität, neues Zusammenspiel von Mensch und Maschine, neue Organisationsformen und Big Data im Produktionsprozess. All dies kann Arbeit besser machen, aber auch neue Belastungen mit sich bringen. Hier ist nach Wegen zu suchen, um neue Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle zu befördern und diese mit einem modernen Arbeitsschutz 4.0 zu verbinden.

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Fünfte Dimension: Mitbestimmung, Partizipation und Unternehmenskultur zusammendenken

Neben die weiterhin nötigen repräsentativen Strukturen tritt das wachsende Bedürfnis nach individueller Partizipation am Arbeitsplatz. Daher sind die verfasste Mitbestimmung, die Teilhabe der Beschäftigten und eine gute Unternehmens- und Führungskultur keine Gegensätze. Vielmehr ergänzen sie einander als Voraussetzungen für innovative und demokratische Unternehmen in einer innovativen und demokratischen Gesellschaft.

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Das vollständige Weißbuch können Sie hier anschauen oder als Print-Ausgabe auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestellen.

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